Deep Mind: die nächste Stufe künstlicher Intelligenz.

Fabienne Baumgartner
10.1.2017
in
Trends

Die britische Firma «Deep Mind» beschäftigt sich so erfolgreich mit lernender künstlicher Intelligenz, dass Google sie kaufte. Professor Schmidhuber von der Universität Lugano schuf die Basis dafür.

Professor Jürgen Schmidhuber ist Leiter des Schweizer Dalle-Molle-Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz (Istituto Dalle Molle di Studi sull'Intelligenzia Artificiale) in Manno und Professor an der Universität von Lugano. Das Institut zählt zu den führenden Forschungslaboren der Welt bei der Erforschung künstlicher Intelligenz und Professor Schmidhuber zu den absoluten Koryphäen in diesem Bereich.

Im Buch «Die Herrschaftsformel» von Kai Schlieter* aus dem Jahr 2015 beschreibt Professor Schmidhuber die aktuelle Situation wie folgt: «Jetzt passiert etwas, was die Menschheitsgeschichte komplett revolutionieren wird. All das, was gemeinhin mit Intelligenz assoziiert wird, wird von künstlichen neuronalen Netzwerken und ähnlichen Systemen erledigt werden. Das stellt den Menschen als Krone der Schöpfung in Frage. Es sieht ein wenig so aus, als würden die Jahrtausende der vom Menschen dominierten Zivilisationsgeschichte demnächst enden. Zu unseren Lebzeiten.»  

Deep Mind – Erfolg made in Switzerland.

Dass dies nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, zeigt der Erfolg der britischen Firma «Deep Mind». Sie arbeitet ebenfalls an lernenden künstlichen Intelligenz-Systemen die auf «Deep-Learning Algorithmen» von Professor Jürgen Schmidhuber basieren. Laut Experten brechen diese Algorithmen alle Rekorde und bringen die Forschung auf ein neues Level. Einer der Gründer von «Deep Mind» war Student bei Professor Schmidhuber und zwei der ersten vier Mitarbeiter stammen aus dem Schweizer Labor des Professors. Das Unternehmen arbeitete so erfolgreich in diesem Bereich der künstlichen Intelligenz, dass «Deep Mind» 2014 für einen mehrstelligen Millionenbetrag von Google gekauft wurde. Dank diesem grossartigen und zielgerichteten Investments dürfen wir gespannt sein, was sich in den kommenden Jahren im Bereich der künstlichen Intelligenz noch alles tun wird.

Ein weiteres Zitat* von Professor Schmidhuber über neurale Netzwerke lässt erahnen, welche Möglichkeiten uns noch offenstehen: «In dem Masse, wie unsere neuronalen Netzwerke grösser und schneller werden, werden sie nicht nur eine Domäne so gut wie menschliche Experten beherrschen, sondern hundert, eine Million und so weiter. Sie werden dann über sehr viele Muster sehr viel wissen, so wie ein Kind mit der Zeit aus seiner Umwelt sehr viel über ganz viele Objekte lernt.».

Um diese Entwicklungsprognose etwas greifbarer zu machen: 1996 benötigte der schnellste Supercomputer der Welt rund 80% eines Tennisplatzes als Stellfläche – die gleiche Rechnerleistung erbrachte nur sechs Jahre später die Playstation 3 von Sony*. Wir stehen also noch am Anfang unserer Möglichkeiten.

Quellen:
«Die Herrschaftsformel (wie Künstliche Intelligenz uns berechnet, steuert und unser Leben verändert)» von Kai Schlieter, 2015, Westend Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

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