Die beste Idee gewinnt. Fast immer.

Fabienne Baumgartner
16.4.2018
in
Trends

Die Idee – also ein zündender Gedanke – ist das Fundament und gleichzeitig das Kapital von Werbe- und Kommunikationsagenturen. Aber nur wer es in Zukunft versteht, Ideen zielsicher zum Kunden und in den Markt zu tragen, wird überleben. Über die folgenden vier Spannungsfelder sollte man sich deshalb immer im Klaren sein. Auf diese Weise wird verhindert, dass eine Idee am Ende auf dem Agenturserver verstaubt oder beim User auf der Timeline verpufft – und sorgt stattdessen dafür, dass die Idee Konsumenten berührt, animiert oder aktiviert.

1. Technologie

Technologie bietet heutzutage viele spannende Möglichkeiten. Doch welche Idee wird am Ende auch vom Rezipienten und der Audience verstanden, als relevant eingestuft und am Ende geliked, geklickt oder sogar genutzt?

Von Beginn an ist es zentral, das Userverhalten innerhalb der relevanten Audience zu kennen und zu verstehen. Hier gilt es, user-zentriert vorzugehen und nur Channels und Touchpoints zu definieren, die der User innerhalb des Sales Funnels auch wirklich nutzt und benötigt. Falls die User Journey bis hin zum Kunden konzipiert werden muss und auch Daten ausgetauscht werden, wie z.B. einer Fitness-App oder beim Mobile Banking, muss man als Anbieter wissen, dass potentielle Kunden keine Rücksicht auf bestehende Daten- und IT-Strukturen nehmen.

Der mögliche Neukunde ist nicht gewillt, eine schlechte User Experience in Kauf zu nehmen. In Bezug auf komplexe digitale Konzepte gilt somit oftmals das Motto: Weniger ist mehr.

2. Arbeitsprozess

Eine tolle Idee ist sehr viel wert, denn ohne Idee oder zumindest einen cleveren Gedanken funktioniert Kommunikation ja bekanntlich bescheiden. Damit eine Idee am Ende aber zum Erfolg führt, braucht es weitere clevere Lösungen über sämtliche Touchpoints hinweg, um die kompletten User Journeys optimal auszugestalten. Das gelingt nur durch optimales Teamwork zwischen Agentur, Kunde, Lieferanten, Kooperationspartnern oder Mediaagentur. Eine Idee kommt also nur dann zum Fliegen, wenn alle offen, ehrlich und zielführend zusammenarbeiten und während der gesamten Ausarbeitung den eigentlichen Kern – also die Kraft der Idee – nie aus den Augen verlieren. Konkret heisst das: Agiles und kollaboratives Arbeiten: ja. Unnötige Kompromisse und Pseudo-Schwarmintelligenz: nein.

3. Glaubwürdigkeit

Das Inszenieren von Glaubwürdigkeit in Form von Wort und Bild ist oft das Fundament von vielen grossen Kampagnen, wie z.B. die Grow up Kampagne von Mercedes-Benz oder die neue Kampagne der Axa. Denn Glaubwürdigkeit transportiert Ehrlichkeit und schafft dadurch Vertrauen beim Betrachter. In Zeiten wo aber Millionen von sogenannten ehrlichen, echten und manchmal vielleicht ja sogar nützlichen Content-Pieces sämtliche Kanäle vollstopfen, müssen neue Wege gesucht werden, wie Kommunikation für Marken, Produkte und Services visualisiert und auch erzählt werden kann. Marken müssen wieder lernen zu artikulieren, wer sie sind, was sie können und leisten und wofür sie stehen. Marken brauchen Geschichten. Geschichten die verblüffen, begeistern und Relevanz kreieren. Hierfür braucht es Mut, seinen eigenen Weg zu gehen, um sich von der Masse abzuheben.

4. Haltung

Eine tolle Idee lässt sich bekanntlich nicht zwingend verkaufen. Denn der Auftraggeber kauft nur, worin er einen konkreten Mehrwert sieht und wo er antizipieren kann. Deshalb sollte man nur Ideen vorschlagen, die auch wirklich verstanden werden können. Das hilft nicht nur, die Ressourcen auf Agenturseite vernünftig einzusetzen, sondern auch unnötige Frustration oder gar Irritation beim Auftraggeber zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig, Auftraggeber nicht nur zu bedienen, sondern die Zusammenarbeit klar zu definieren und gemeinsam zu gestalten. Denn eine Agentur funktioniert bekanntlich dann am besten, wenn man sich als Partner auf Augenhöhe behandelt fühlt. Dann fällt es auch wesentlich leichter, dem Kunden Ideen vorzustellen, mit denen er zum aktuellen Zeitpunkt zwar nicht gerechnet hat, ihn aber trotzdem dafür zu begeistern. Und falls man übers Ziel hinaus schiesst, ist das gar nicht so dramatisch. Schlussendlich gilt am Ende ja immer noch: wer nichts riskiert, gewinnt nichts. Und das gilt übrigens nicht nur für uns Agenturen, sondern auch für unsere Kunden.

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