Mobiles Arbeiten – weil sich Kreativität nicht an Bürozeiten hält.

Fabienne Baumgartner
14.5.2018
in
Trends

Blogger machen's schon lange, wir bald auch? Mobiles Arbeiten wird nämlich immer wichtiger. Ob das Modell eine Erfolgsgarantie für Unternehmen ist, darum dreht sich der Trendreport von Samsung von diesem Februar. Für Sie haben wir daraus die wichtigsten Erkenntnisse gezogen.

Bevor wir entscheiden, ob mobiles Arbeiten Rettung oder Untergang bedeutet, hier die Begriffserklärung. Kurz gesagt, beschreibt das Modell das Arbeiten ausserhalb des Betriebs. Dank der Digitalisierung ist das technisch keine Herausforderung. Auf jeden Fall nicht, wenn es um die meisten Bürojobs geht.

Zuerst Fabrik, dann Büro, jetzt Zuhause?

Heute arbeiten die meisten «9-to-5», oder auf die Schweiz adaptiert von «8-bis-6». Dieses Modell gibt es nicht erst seit Dolly Parton. Sondern seit es die Dampfmaschine gibt und darum Fabriken und somit feste Arbeitszeiten. Dank der Digitalisierung hat sich einiges geändert. Es wurde möglich, mobil zu arbeiten. Warum nicht? Die Vorteile von ausschliesslich im Büro zu arbeiten sind nämlich schnell gezählt:

  1. Arbeitgebende haben die Kontrolle über die Arbeitszeiten.
  2. Arbeitnehmende haben die Möglichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen zu socializen.

Gegen Punkt eins hilft Vertrauen. Der zweite Vorteil von fixem Arbeiten lässt sich sehr gut mit mobilem Arbeiten vereinen. Oft wird nämlich eine Kombination aus den beiden Modellen gewählt. So findet der kollegiale Kontakt trotzdem statt.

Ein Schritt Richtung Effizienz und Gleichstellung.

Mobiles Arbeiten fördert die Gleichstellung. Das Modell ermöglicht Vätern und Müttern gleichermassen, die Kinder zur Krippe zu bringen oder bei Krankheit zu beaufsichtigen. Ohne dass die Arbeit zu kurz kommt.

Ausserdem profitiert Kreativität selten von starren räumlichen und zeitlichen Konzepten. Einigen kommen die besten Ideen zum Beispiel nach Sonnenuntergang. Ist es für sie möglich, erst dann den Computer aufzuklappen und die Zeit davor für den Haushalt und das Sportprogramm zu nutzen? Die Antwort lautet in vielen Unternehmen nein. Weil Arbeit meistens nach Zeit und nicht Qualität gemessen wird.

Der Zug ist auch ein Büro.

Eine Ausnahme ist Microsoft. Magdalena Rogl ist Head of Digital Channels und arbeitet mobil. Ihre Dokumente legt sie in der Cloud ab und hat so immer Zugriff darauf. Egal, wo sie ist. Rogl nutzt nämlich auch die Zeit im Wartezimmer oder im Zug zum Arbeiten. Sie unterscheidet nicht wirklich zwischen Arbeit und Privatleben. Und das ist nicht so schlimm wie es klingt. Es heisst bloss, dass es durchaus passieren kann, «dass ich um 23 Uhr am Abend noch eine Mail schreibe. Gleichzeitig shoppe ich während den "regulären" Arbeitszeiten aber auch mal im Internet oder mache Erledigungen». Doch was braucht es, damit mobiles Arbeiten funktioniert? Laut Rogl sind die Erfolgsfaktoren Vertrauen, Offenheit und Selbstdisziplin.

50% weniger Kündigungen.

Laut Martin Böker, Director B2B bei Samsung, sind sich Expertinnen und Experten einig, «dass Kosteneffizienz und Produktivitätsdruck auf dem globalen Arbeitsmarkt weiter steigen». Als Lösung sieht er mobiles Arbeiten. Das unterstreicht sein Trendreport erst noch mit eindrücklichen Zahlen. So sinkt die Fluktuationsrate um sagenhafte 50%, wenn Unternehmen mobile Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Und noch eine überzeugende Zahl: 91% der Arbeitnehmer können im Homeoffice produktiver arbeiten als im Büro.

Ein Modell mit Zukunft.

Innovationen werden branchenübergreifend immer matchentscheidender. Das bedeutet laut Böker auch, dass Kreativität und freies Denken die Kernkompetenzen von morgen sind. Es lohnt sich also, Muster zu hinterfragen und räumliche und zeitliche Eingrenzungen zu sprengen. Und dank mobilem Arbeiten die Ressource Mitarbeitende effizienter zu nutzen. Dass so die Arbeitszufriedenheit steigt, ist mehr als ein netter Nebeneffekt.

Quelle: Samsung Electronics CmbH (V.i.S.d.P.),#NewOfficeRoutines, Februar 2018

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