Web Summit 2016 – ein Besuch in Lissabon.

Fabienne Baumgartner
15.12.2016
in
Trends

Zum bereits sechsten Mal fand diesen November der legendäre Web Summit statt, zum ersten Mal in Lissabon. An vier Tagen trafen sich hier die wichtigsten Player der Technologie-Branche, vielversprechende Start-ups und zahllose Geeks aus ganz Europa zum Stelldichein. Hier ein kurzer Bericht vom Besuch für alle, die es dieses Jahr nicht geschafft haben.

Gegründet 2009 in Dublin, Irland, und positioniert als Gipfel der Internet Technologie, ist der Web Summit definitiv in der Liga der ganz grossen Veranstaltungen der Branche angekommen.

Zum ersten Mal fand der Massstäbe setzende Web Summit dieses Jahr in Lissabon statt und der Vertrag mit der Stadt wurde für zwei weitere Austragungen abgeschlossen. Eine gute Wahl, einerseits für den selbst an Portugals Küste bereits recht frischen November, andererseits bezüglich der Infrastruktur: Der Web Summit fand in und rund um die MEO Arena statt, einem Gelände das für die Weltausstellung EXPO’98 erschlossen worden war.

In dieser Halle mit einer Kapazität von 20'000 Besuchern wurden dann auch die grossen Events während der vier Tage abgehalten. Hochkarätig besetzte Runden aus Politik, Wirtschaft, Sport, Gesellschaft und Technologie diskutierten zu Themen wie «Europe's tech scene - second best?» und «Is ego the biggest reason for failure?», oder das Eröffnen des Handels an der Nasdaq mit der offiziellen Glocke.

Auch in den insgesamt 21 Konferenzen zu verschiedenen Themen gab es prominente Referenten wie den portugiesischen Premierminister António Costa und Fussballer Figo. Dazu Wirtschaftsgrössen wie Carlos Ghosn (CEO Renault-Nissan) und Werner Vogels (CTO Amazon) sowie natürlich jede Menge Tech-Grössen wie Mike Schroepfer (Facebook), Josh Giegel (Hyperloop One), Sarah Friar (Square), Sean Rad (Tinder), Ted Livingston (Kik) und John Chambers (Cisco Systems). Insgesamt über 600 Speaker traten während des Web Summit auf.

Nordamerika war stark vertreten und zeigte – insbesondere bei den Key Notes – klar, wer in der Internet Technologie die Nase vorne hat. Demnach waren auch viele der offiziell anwesenden Firmen aus den USA vor Ort (Microsoft, Oracle, Twitter, Tesla, Disney oder Coca-Cola, um nur einige zu nennen).

Bei den über 1'500 vertretenen Start-ups sah es wesentlich ausgeglichener aus und Europa zeigte, dass Innovation durchaus eine Tugend ist. Aus der Schweiz waren insgesamt 52 Start-ups angereist, um sich an einem der 1m2 Steh-Plätzen oder auf einer Pitch-Bühnen zu präsentieren und Kontakt zu einem der zahlreichen Investoren-Vertreter zu knüpfen.

Insgesamt waren Stimmung wie Umgang offen und interessiert – es herrschte diese Mischung aus betont gewollter Jugendlichkeit und straighter Business-Orientierung. Wer genug hatte von Key Note-Referaten und Networking kam am Web Summit auch darüber hinaus auf seine Kosten und zu interessanten Kontakten und inspirierenden Gesprächen.

Und wer nach Messeschluss noch fit genug war, stürzte sich ins Lissaboner Nachtleben. Auch hier hinterliess Europas grösste Tech-Konferenz seine Spuren und hatte mit dem «Night Summit» auch gleich das beliebteste Ausgeh-Quartier der Stadt, das Bairro Alto, in Beschlag genommen. Selbst wer früh heimging, sah die Spuren der Partys am nächsten Tag noch in den Gesichtern der Besucher.

Noch während der Veranstaltung meldeten die Organisatoren «Ausverkauft!», und das bei einem Preis von bis zu € 3'000 für ein normales Ticket. Das waren allerdings die letzten Chancen für Spätentschlossene, Early Birds konnten ab € 700 von einer zwei-für-eins Aktion profitieren. Der Vorverkauf für nächsten Herbst läuft bereits und wer plant zu gehen, ist mit einer frühen Buchung sehr gut beraten.

Mein Fazit: Ein Besuch lohnt sich aus mehreren Gründen – Inspiration, Networking und auch aus geschäftlicher Sicht. Aber drei Tage sollte man sich schon Zeit nehmen für Ankommen, Messe und Nachtleben. Ein verlängertes Wochenende in Lissabon bietet sich ausserdem an.

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