Wie finanziert sich Snapchat?

Wie finanziert sich Snapchat?

Seit 2011 geistert Snapchat in der Social Media-Welt umher und hat inzwischen mehr als 150 Millionen User , die den Instant-Messaging-Dienst täglich nutzen. Doch wie bei vielen Start-ups ist die grosse Frage: Verdient das Unternehmen auch Geld? Und wenn ja, wie? 

von Heike Gross

Der Reiz des Flüchtigen und Spontanen scheint gross zu sein. Insbesondere bei Teenies kommt Snapchat super an: Sie können hier die verrücktesten Dinge machen und zeigen. Niemand muss sich Gedanken machen, ob er auf einem Foto vorteilhaft aussieht – schliesslich ist zehn Sekunden später alles gelöscht. 

Kurz gesagt: Snapchat übernimmt die guten Eigenschaften von Social Media Diensten – technische Gadgets, Selbstdarstellung und Interaktion – ohne den schlechten Eigenschaften – dem Kontrollverlust persönlicher Daten – Raum zu gewähren.

Auch der Marketing-Guru Gary Vaynerchuck  ist vom Erfolg des Unternehmens überzeugt und hat in Snapchat investiert: «Wenn du heute eine Social-Media-App auf deinem Smartphone öffnest, sehen sie alle gleich aus, ob Instagram, Pinterest, Linkedin, Facebook, Twitter – Bild, Likes, Kommentare», so Vaynerchuck. «Snapchat verwendet eine andere Sprache.» Die App vermittle ein Livestreaming-Gefühl, weil sich die Geschichten über den Tag veränderten.
 

Zeit Geld zu verdienen

Drei Jahre alt ist Snapchat nun: Zeit um Geld zu verdienen. Im letzten Jahr hat das Unternehmen mit Sitz in Los Angeles rund 50 Millionen Dollar eingenommen. Das Ziel für dieses Jahr sind 300 Millionen, für 2017 werden zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar festgesetzt. Und wo soll das Geld herkommen? Nun, wie bei anderen Social Media Unternehmen wie Twitter und Facebook auch: aus Werbeeinnahmen. 

Doch Snapchat will seinen Messenger nicht mit Werbung zupflastern – und bietet daher teure und exklusive Werbeformen an. Derzeit gibt es drei Möglichkeiten, auf Snapchat zu werben: Discover-Channels, Stories und gesponserte Filter, so genannte «Lenses». Der grosse Vorteil dieser Werbeformen ist, dass die kurze Lebensdauer der Kampagnen-Snaps maximale Aufmerksamkeit des einzelnen Nutzers erzielt.
 

1. Werbemittel: Discover-Channels

Discover soll kommerzielle Anbieter für die Nutzung von Snapchat begeistern. Diese bekommen dabei eigene Kanäle, über die sie ausgewählte Texte, Musik oder Videos mit ihrer Community teilen können. Bereits zum Start Anfang 2015 hatte Snapchat mehrere Partner gefunden: So können die Nutzer des Messengerdients unter anderem redaktionelle Inhalte von CNN, ESPN, Cosmopolitan oder National Geographic abonnieren. 

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2. Werbemittel: Stories

Snapchat-Stories sind 24 Stunden sichtbar. Deshalb bieten sie sich insbesondere als flankierende Massnahme von einzelnen Events oder Promotionen an. Unternehmen erhalten eine hohe Dichte an attraktivem und aktuellem Content und geben den Usern eine klare Motivation zuzuschauen.
 

3. Werbemittel: Sponsored Lenses / Filter

Dieses neue Feature wird bei Unternehmen, die hunderttausende Werbedollar ausgeben können und wollen, immer beliebter. Mit den Filtern können User ihre Selfies zum Beispiel mit gesponserten digitalen Stickern versehen. Zu Anlässen wie Halloween oder zum Mega-Shopping-Event Black Friday sollen die Lenses angeblich bis zu 750 000 Dollar kosten, an anderen Tagen rund 600 000 Dollar. 

Im Schnitt wird ein Filter 29 Millionen Mal am Tag benutzt und über 41 Millionen Mal angeschaut. Besonders beliebt sind die Lenses bei Filmstudios, um deren Filme zu promoten. Aber auch Brands wie L’Oréal, Michael Kors oder Starbucks setzen vermehrt auf die unaufdringliche Pull-Werbung. 

Ein eindrückliches Beispiel ist Taco Bell . Ein Filter der Fast Food Kette anlässlich des mexikanischen Feiertags Cinco de Mayo erhielt 224 Millionen Views an einem Tag,  was einen Tausend-Kontakt-Preis von rund 3.35 Dollar ergibt. Die User interagierten im Schnitt 24 Sekunden mit der Lens – man konnte seinen Kopf in eine gigantische Taco Shell verwandeln – ehe sie verschickt wurde. 

Die Übernahme von VURB

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Snapchat die mobile Such-App Vurb übernehmen will . Die Rede ist von einem Übernahmepreis von 110 Millionen US-Dollar sowie weiteren Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe, um Vurb-Gründer Bobby Lo an Bord zu behalten. Vurb integriert Informationsdienste wie die Restaurant-App Yelp oder den mobilen Ticketverkauf Fandango und erlaubt es Usern, in Gruppenchats Informationen zu geplanten Unternehmungen auszutauschen. Vurb ist damit die einzige Such-App, die Ergebnisse und Themen liefert, die den User persönlich interessieren.

Genau das macht Vurb für Snapchat so interessant. Mit Hilfe der Search- und Share-Technologie der App lassen sich externe Inhalte – zum Beispiel Deep-Links zu anderen Apps oder Websites – in die Snapchat-Gespräche integrieren. So wird deren Nutzung zum einen weiter personalisiert und zum anderen sehr lukrativ, da Snapchat Werbedeals von Facebook, Google & Co. auf den eigenen Dienst umlenken könnte.

Snapchat hat die Übernahme-News bislang noch nicht bestätigt. Es bleibt also spannend. Auch was weitere Werbeformate und den finanziellen Erfolg von Snapchat betrifft.

We’ll keep you posted.

9. August 2016

 – 1 Kommentare

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Kommentare

  1. Der Fernsehsender RTL hat sich der Sache angenommen und das Spray getestet. Bevor das Präparat am Menschen ausprobiert wurde, wurde das Spray und die Inhaltsstoffe von Dr. Max Timm (Sportmediziner und Internist aus Düsseldorf) analysiert und für den Test freigegeben. Dazu stellte sich die 27-jährige Anna, eine Studentin, als Probandin zur Verfügung, deren Ziel es war, fünf Kilogramm Körpergewicht zu verlieren. Drei Wochen lang testete sie Fito Spray. <a href=http://produkto.net/es/fitobalt-te-de-parasitos-las-opiniones-comentarios-e-instrucciones-detalladas.html>http://produkto.net/es/fitobalt-te-de-parasitos-las-opiniones-comentarios-e-instrucciones-detalladas.html</a> Es gibt jedenfalls auch nicht viele andere Websites im Netz, auf denen Männer mal wirklich die Produkte wie Titan Gel kaufen und benutzen. Anleitung: Anwendung von Titan Gel. Die Anwendung ist denkbar einfach, bzw. die Anleitung ziemlich halbherzig formuliert. „Apply the desired amount with the help of the fingertips.“ – also einfach mit den Fingern auf den Penis schmieren. Wie lange man es drauf lassen soll, wird nicht erwähnt.

    Kommentiert von CarmenRice am 18.11.2018 07:46:51

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