Jungunternehmer bereichern das Simmental.

Die Industrialisierung hat ganz hinten im Simmental mal kurz Halt gemacht. In der Brauerei an der Lenk werden die Bierflaschen nämlich liebevoll von Hand abgefüllt, verschlossen und etikettiert. Ebenso sorgfältig wählen Björn, David und Tristan seit 2014 die besten Malzsorten und feinsten Hopfenarten für ihr Bier aus. Im Interview mit Notch erzählen sie ihre Erfolgsgeschichte.

Jungunternehmer bereichern das Simmental.

Björn, David und Tristan

Warum braucht die Schweiz eure Brauerei?

Ob das so ist, wird sich noch zeigen. Bis jetzt sind wir aber mit dem starken Wachstum und der Nachfrage ganz zufrieden. Das verdanken wir unseren hochwertigen Rohstoffen,  den Produktionsprozessen und der transparenten, offenen und ehrlichen Unternehmensphilosophie. Es gibt viele Brauereien, die einen Teil ihrer Produktion auslagern, beispielsweise die Abfüllung oder sogar den Brauprozess. Wir sind stolz darauf, die Produktion, Abfüllung und Etikettierung jetzt und in Zukunft selbst und im Simmental zu machen.

Was lief beim Aufbau eurer Marke nicht so süffig?

Ganz ehrlich, bis jetzt lief alles ziemlich gut. Natürlich gibt es Rückschläge und Hindernisse, die konnten wir aber bis jetzt richtig gut meistern. Am Anfang haben wir wohl die Komplexität der Bierproduktion unterschätzt. Vielleicht tun wir das sogar immer noch, jedoch funktioniert es ganz gut. Was wir aber sagen können ist, dass es uns an kreativen Ideen für neue Produkte nicht fehlt. Die Umsetzung ist jedoch nicht immer realisierbar. Aber es braucht wohl eine gewisse Naivität, um ein Produkt zu kreieren und aufzubauen.

Was sind eure Top 5 Tipps an Jungunternehmerinnen und -unternehmer, die eine eigene Brauerei auf die Beine stellen wollen?

  1. Fangt gar nicht erst an. Nein im Ernst, es gab vor vier Jahren schon viele Brauereien und momentan sind in der Schweiz über 1’000 Brauhäuser registriert. 
  2. Wenn ihr es trotzdem nicht lassen könnt, nehmt euch einen Kessel und braut einfach mal darauf los. So merkt ihr, was alles zum Bierbrauen gehört, bevor ihr die ganzen Investitionen tätigt. 
  3. Bleibt euch treu und entwickelt eine klare Linie. 
  4. Verliert nie den Spass an eurem Produkt. Jede Arbeit hat ihre Höhen und Tiefen. Wichtig ist, dass man sich am Abend zusammen hinsetzen kann und über das Geleistete philosophieren und lachen kann – mit dem eigenen Bier macht das erst noch mehr Spass.
  5. Geht raus und sprecht über eure Produkte. Egal wo ihr euch befindet, ihr müsst von eurer Arbeit und euren Produkten erzählen. Sonst erfährt niemand davon. 

Ihr habt momentan fünf verschiedene Biere im Angebot. Welchem Biertrinkertyp schmeckt welches Bier?

Lagerbier: Perfekt für Unkomplizierte, die gerne ein leichtes und süffiges Bier in der Sommersonne trinken. 
Märzenbier: Das empfehlen wir Feinschmeckern, die auf ein Bier mit Malzaromen stehen –  gepaart mit einem guten Stück Fleisch.
Mountain Pale Ale: Für komplexe Charakterköpfe, die immer noch von ihrem Austauschjahr in Neuseeland vor 20 Jahren schwärmen.
Red Ale: Das Bier für Anspruchsvolle, die mehr als ein leichtes Bier wollen und davon in die kanadischen Rocky Mountains versetzt werden wollen. 
Hopf Schwiiz: Unser Fan-Lager fürs Fanlager. Das richtige Bier für alle, die gerne mit guten Freunden ihre Mannschaft bei Sieg und Niederlage unterstützen. 

Apropos «Hopf Schwiiz»: Das Fan-Lager habt ihr für die WM kreiert. Was ist die Geschichte dazu? 

Das Ganze begann in der Krone in Bern. An unserem Neujahrsessen haben wir über zukünftige Projekte philosophiert. So zwischen dem Salat und dem fünften Glas Wein – ja, auch wir trinken ab und zu Wein – hat Tristan die Idee für das WM-Bier «Hopf Schwiiz» in die Runde geworfen. Unser Brauer schlug ein leichtes Lagerbier mit Schweizer Hopfen und einer leichten Note von Blutorangen vor. Zurück in der Braustube brauchte es dann ein paar Sude, bis das Rezept bereit war. Nachdem wir die Rezeptur final ausgearbeitet haben, haben wir Notch mit der Konzeption und der Art Direction für die visuelle Umsetzung beauftragt. 

 

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Hopf Schwiiz Fan-Lager

Eure Brauerei liegt sehr idyllisch und ländlich. Welche Rolle spielt bei Simmentaler die Natur?

Genau das macht unsere Brauerei aus. Die Qualität unserer Produkte wäre nicht so hoch ohne die perfekten Bedingungen. Und das sind sie im Simmental. Das Wasser, die Luft, die Umgebung. Auch der natürliche Kreislauf von Rohstoffgewinnung, -verarbeitung und schliesslich das Recycling des Malztrebers funktioniert perfekt. Der wird nämlich an die Nachbarskühe verfüttert. Und wir finden, dass die seit unserem Einzug sogar noch zufriedener aussehen als vorher.

Auf welche Neuigkeiten kann sich das Fanlager der Simmentaler Braumanufaktur freuen? 

Wenn wir weiterhin so rasant wachsen, werden wir noch in diesem Jahr in eine neue Produktionsstätte im Simmental umziehen dürfen. Uns ist wichtig, dass wir einen Schritt nach dem anderen gehen und der Wachstum natürlich und nachhaltig bleibt. Wir haben bereits einen Ort gefunden, jetzt steht die Finanzierung und Planung des Bauprojekts an.

Kurzbiografie der Jungunternehmer:

Björn Thoma
Alles, was mit Finanzen und Verkauf zu tun hat, geht über den Tisch von Björn. Ursprünglich studierte er International Business Management an der FHNW. 

David Ziörjen
Wenn’s irgendwo schäumt, rückt David aus und schaut zum Rechten. Der Leiter unserer Technik-Abteilung kommt aus der Automobilbranche und hat dort sein Ingenieurdiplom gemacht.

Tristan Mathys
Der Einkäufer, Produktionsleiter und Marketingguru ist zusammen mit dem Brauerteam für die Produktionsplanung zuständig. Auch Tristan hat seinen Bachelor an der FHNW in International Business Management absolviert.

 

Kontaktinformationen:
Simmentaler Braumanufaktur Website: Simmentaler Bier
Instagram: @simmentaler_bier 
Facebook: @simmentalerbier

Durstig geworden? Das neue Fan-Lager «Hopf Schwiiz!» gibt’s jetzt unter www.hopfschwiiz.ch
und an ausgewählten Verkaufsstellen.

von Judith Maurer – 

24. Mai 2018

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